Am 23.10.21 kamen wir nach 14-stündiger Busfahrt ungefähr zur Zeit des Abendgebets in Taizé an und konnten so sogar noch an einem Teil der Andacht teilnehmen. Die feierliche Atmosphäre hat uns sofort beeindruckt, gleichzeitig ist die Kirche aber auch sehr einladend: Man sitzt auf dem Boden, die Kirche ist geflutet vom warmen Licht der tief hängenden Lampen, die Gesänge erinnern teilweise an Mantren, sind auf jeden Fall genau so entspannend.
Ständig mit den unterschiedlichsten Kulturen konfrontiert zu werden, und das nicht nur im Gottesdienst, war aufregend und extrem interessant. Wir hatten besonders viel mit Franzosen und Französinnen zu tun, denn wir waren während einer sogenannten „French Week“ in Taizé. Es war sehr leicht, neue Freunde zu finden, auch wenn man sich teilweise nur mit einer Mischung aus Französisch, Englisch, Deutsch und manchmal Spanisch unterhalten konnte. Trotzdem waren alle sehr daran interessiert, aufeinander zuzugehen und Zeit miteinander zu verbringen. Die täglichen Fußballspiele, oft „Franzosen gegen Deutsche“ waren zum Beispiel eine gute Gelegenheit dafür.
Gewöhnungsbedürftig war für viele das einfache Leben in Taizé. Man isst generell nur mit Löffel, es gibt nur warmes Wasser wenn die Sonne scheint und es war morgens und abends oft sehr kalt, doch auch daran gewöhnten wir uns schnell. So konzentrierte man sich auch viel schneller auf die „inneren Werte“; auf das Miteinander und die spirituellen Erfahrungen, die wir alle gemacht haben.
Viele von uns waren zum ersten Mal in Taizé und ich glaube, niemand bereut es, mitgefahren zu sein.

CM